Hygiene-Siegel des mre-Netzes rhein-ahr

Netzwerk gegen die Ausbreitung von multiresistenten Erregern (MRSA)

Ausgezeichnet: Krankenhaus Porz am Rhein erhält Hygiene-Siegel für vorbildliche Bekämpfung von Keime

Köln. Das Krankenhaus Porz am Rhein hat seit jeher multiresistenten Erregern (mre) den Kampf angesagt und wurde dafür jetzt in Bonn mit dem Siegel des Bundesländer übergreifenden Netzwerks „mre-netz regio rhein-ahr“ ausgezeichnet. Eine Ehre, die insbesondere die Hygiene-Fachkräfte freut, schließlich überwachen sie die Hygiene-Standards und kümmern sich um Fortbildungen der Mitarbeiter bei der Aufklärung über Keime – wie dem wohl bekanntesten: MRSA

„Derartige Keime lassen sich nur gemeinsam und strukturiert bekämpfen. Das zeigen seit Jahren die Niederlande, in denen MRSA weit weniger ein Problem ist. Deshalb war es auch wichtig, dass wir uns als Haus 2010 diesem Netz Regio Rhein-Ahr bei seiner Gründung angeschlossen haben“, sagt Renate Müssigbrodt, die wie ihre Kollegin Daniela Khoshnevisan Hygiene-Fachkraft im Krankenhaus Porz am Rhein ist. Es komme nämlich darauf an, sic nicht nur im Haus, sondern auch in der Region bei der frühzeitigen Erkennung und Behandlung dieser Problemkeime eng aufeinander abzustimmen. So machen denn auch Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Arztpraxen, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen sowie Rettungs- und Transportdienste in diesem Netzwerk mit.

Risiko-Patienten werden auf multiresistente Keime untersucht

Risikopatienten, darunter z.B. Menschen mit einem schwachen Immunsystem, werden bei der Aufnahme ins Krankenhaus Porz am Rhein gleich auf multiresistente Keime untersucht. Auch,

  • wer etwa aus einem Pflegeheim kommt,
  • älter ist,
  • oft im Krankenhaus war oder
  • viele Krankheiten hat,

wird auf diese Keime untersucht. Ist der Erreger nachgewiesen, wird der Patient von anderen Patienten isoliert untergebracht. Dadurch kann sich MRSA im Haus nicht ausbreiten. Der Keim, den durchaus nicht wenige Menschen in Deutschland in sich tragen, richtet bei Gesunden keinen Schaden an. „Kommt er jedoch z.B. in offene Wunden, kann der dort zu langwierigen Infektionen führen“, so die Hygiene-Fachkräfte des Krankenhauses Porz am Rhein.

Antibiotika werden oft zu leichtfertig verschrieben

Insbesondere das oft viel zu leichtfertige Verschreiben von Antibiotika hat in Deutschland dazu geführt, dass diese Erreger inzwischen gegen immer mehr Medikamente Resistenzen bilden. Das heißt, dass die Keime damit schlicht nicht mehr zu bekämpfen sind. In Deutschland wurde in den letzten zwei Jahrzehnten ein Anstieg der MRSA-Rate von 2 Prozent auf über 20 Prozent beobachtet. Eine MRSA-Infektion führt neben dem damit verbundenen Leid zu durchschnittlichen Mehrkosten von ca. 10.000 Euro pro Fall, da u.a. damit längere Liege- oder Behandlungszeiten verbunden sind.

Kein Krankenhaus auf der Welt ist komplett keimfrei

„Nun muss man aber auch offen sagen, dass das durch das MRE-Netz überreichte Siegel nicht bedeutet, dass unser Krankenhaus keimfrei ist. Das ist schlicht nicht möglich, da Keime uns überall im Alltag begegnen“, sagen die Hygiene-Fachkräfte des Krankenhauses Porz am Rhein. Der Patient kann jedoch an dem Siegel klar erkennen, das sich das Krankenhaus in außergewöhnlichem Maße um die Früherkennung und eine strukturierte Behandlung von multiresistenten Erregern kümmert.

Zahlreiche Mitglieder des Netzes in der Regio Rhein-Ahr

Das MRE-Netz Regio Rhein-Ahr wird über Mittel seitens der beteiligten Kommunen finanziert und beinhaltet die Beschäftigung zweier gemeinsamer ärztlicher MRE-Koordinatoren sowie die Nutzung der wissenschaftlichen Infrastruktur und Expertise des Universitätsklinikums Bonn bzw. des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit beim Aufbau einer Netzwerkstruktur. Mitglieder sind neben dem

  • Universitätsklinikum Bonn
  • der Rhein-Sieg-Kreis,
  • der Oberbergische Kreis,
  • der Rhein-Erft-Kreis,
  • der Rheinisch-Bergische Kreis,
  • die Bundesstadt Bonn,
  • die Stadt Köln,
  • die Stadt Leverkusen
  • sowie aus Rheinland-Pfalz der Kreis Ahrweiler und der Landkreis Neuwied.