Pressemitteilung vom 18.03.2016

Erneute Verleihung des MRE-Siegels an das Krankenhaus Porz

Kampf gegen multiresistente Keime

Am 11. Februar 2016 fand im Veranstaltungssaal des Rautenstrauch-Joest-Museums im Kölner Zentrum in feierlichem Rahmen die Urkundenübergabe des Netzwerks mre-netz regio rhein-ahr statt. Begrüßung und Verleihung wurde von der Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes vorgenommen. Der Ärztlichen Direktor, Dr. Alfred Wiater, und das Hygieneteam des Krankenhauses Porz, Renate Müssigbrodt, Daniela Beiden und Dr. Reiner Lehmann, nahmen das MRE-Siegel entgegen. Ausgezeichnet wurden die 28 medizinischen Einrichtungen Kölns, die dem Netzwerk angeschlossen sind und sich dem aktuellen Prüfverfahren erfolgreich gestellt haben.

Für die Vergabe des MRE-Siegels wurde 10 definierte Qualitäts- und Strukturmerkmale des Hygienemanagements in den jeweiligen medizinischen Einrichtungen überprüft. Diese Überprüfung fand auch mittels Begehung vor Ort in den Krankenhäusern statt.

Abgefragt und bewertet wurden u.a. das Vorliegen von

  • Verfahrensanweisungen zur Erkennung von Patienten mit multiresistenten Keimen (MRE) – sogenanntes Screening.
  • Konzepten zur räumlichen Unterbringung von infektiösen Patienten insbesondere mit Problemkeimen.
  • der Festschreibung der Kommunikationswege (Überleitung) bei klinik- und einrichtungsübergreifenden Verlegungen von MRE-Patienten.
  • in hauseigenen Hygieneplänen festgeschriebenen, an den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes orientierten Standardhygienemaßnahmen zur Gewährung der Patientensicherheit.
  • hauseigenen Leitlinien zur kalkulierten Antibiotikatherapie.

Das Krankenhaus Porz konnte in diesem Verfahren ein hervorragendes Ergebnis erreichen. Es wurden 40 von 42 möglichen Bewertungspunkten erzielt. Nach Erstauszeichnung 2013 wurde das Qualitätssiegel für Krankenhäuser im Bereich „ Patientensicherheit durch Hygiene und Infektionsschutz“ jetzt zum zweiten Mal an das Krankenhaus Porz verliehen. Das Zertifikat ist gültig bis zum 31.12.3019.

Was ist das mre-netz regio rhein-ahr?

Gegründet wurde dieses Bundesländer (NRW/Rheinland-Pfalz) übergreifende Netzwerk 2010 als Kooperation zwischen dem Institut für Hygiene und öffentliche Gesundheit der Universitätsklinik Bonn und den Gesundheitsämtern der 9 teilnehmenden Regionen. Mittlerweile umfasst diese regionale Kooperation 80 teilnehmende medizinische Einrichtungen.

Hauptziel dieses Verbundes ist der vorbeugende Gesundheitsschutz der Bevölkerung bzw. Patienten vor Infektionen, denen sie im Rahmen einer medizinischen Behandlung ausgesetzt sein können. Der Weg hierzu ist ein einheitliches, qualitätsgesichertes Vorgehen, um die Verbreitung von Problemkeimen – zunächst in erster Linie multiresistente Staphylokokken, in der Folge zunehmend gramnegative Keime - in Krankenhäusern, Rehakliniken, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen zu verhindern. Dafür hat das Netzwerk eine Reihe von Maßnahmen festgelegt, deren Umsetzung und Einhaltung im Rahmen der Zertifizierungen überprüft werden. Das mre-netz ist in erster Linie kein Prüfinstitut, sondern Informations- und Beratungsquelle für seine Mitglieder. Es dient seinen Kooperationspartnern vor allem als Plattform zum Wissensaustausch. Hierzu dienen regelmäßige Rundtisch-Gespräche. Netzwerkbildungen unter diesen Aspekten haben seit 2005 in allen Bundesländern und Regionen Deutschlands zunehmende Verbreitung gefunden.

Qualitätssiegel erhalten, alle Ziele eines zeitgemäßen Hygienemanagement im Umgang mit Problemkeimen im Krankenhaus erreicht?

Das Fachgebiet der Krankenhaushygiene hat in den letzten 15 Jahren eine nahezu explosionsartige Entwicklung des Kenntnisstandes, aber auch der Bedeutung genommen. Dies ist nicht zuletzt insbesondere unter dem Druck der Verbreitung und Zunahme multiresistenter Keime und dem hieraus erwachsenen öffentlichen und medialen Interesse geschehen.

Manche in den MRE-Netzwerken geforderte Strategien zur Eindämmung der Ausbreitung von Problemkeimen sind mittlerweile im Infektionsschutzgesetz als gültiger Standard formuliert und in den Hygieneverordnungen der Länder verbindlich vorgegeben, deren Einhaltung für die Krankenhäuser verpflichtend ist.

Das Bundesgesundheitministerium und die Länderregierungen haben auf diese Entwicklung nicht nur mit vermehrter Forderung einer gesetzlich verankerten Einhaltung von Hygienestandards reagiert, sondern auch Fördermittel zur Verbesserung der Aus- und Weiterbildung von Hygienefachpersonal in medizinischen Einrichtungen zur Verfügung gestellt, ebenso wie für eine verbesserte personelle Ausstattung. Dies gilt vor allem für die Hygienefachkräfte und hygienebeauftragten Ärzte. Eine ähnliche Entwicklung ist auch für Bereich der Krankenhaushygieniker zu erwarten.

Das Krankenhaus Porz zeigt sich im Bereich der Krankenhaushygiene besonders engagiert und zukunftsorientiert. Im Bereich der krankenhausinternen Beratung und Überwachung der Antibiotikatherapie (antibiotic stewardship) wurde und wird ärztliches Personal ausgebildet. Neben dem seit vielen Jahren für das Krankenhaus beratend tätigen externen Krankenhaushygieniker hat sich die Geschäftsführung entschlossen, zusätzlich einen weiteren Krankenhaushygieniker auszubilden. Dr. Lehmann, langjähriger internistischer Oberarzt am Krankenhaus Porz mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Diabetologie und Labormedizin hat sich im Fach Krankenhaushygiene qualifiziert weitergebildet und ist in dieser Funktion seit Beginn des Jahres 2016 verantwortlich tätig.

Diese strukturellen Entscheidungen sind Antworten auf das aktuell und zukünftig zunehmend komplexer werdende Hygienemanagement im Krankenhaus.

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Pressestelle des Krankenhauses Porz am Rhein

Marc Raschke
Tel.: 02203.566-1867
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