Pressemitteilung vom 18.06.2018

Alltagsbegleiter erleichtern die Pflege von Menschen mit Demenz im Krankenhaus Porz am Rhein

Demenzbeauftragte Claudia Lenden

Das Krankenhaus Porz am Rhein in Köln geht neue Wege in der Versorgung von Patienten mit Demenz und setzt jetzt zusätzlich zum Pflegepersonal sogenannte „Alltagsbegleiter“ ein, die sich um Patienten mit erhöhtem Betreuungsbedarf kümmern und damit die Pflegekräfte bei der täglichen Arbeit unterstützen. Im Rahmen eines am 18. Juni 2018 gestarteten Pilotprojektes sind fünf dieser Spezialkräfte auf der unfallchirurgischen Station im Einsatz. „Wenn hier ältere Menschen z.B. mit einem Knochenbruch liegen, die gleichzeitig eine Demenz als Begleiterkrankung haben, ist in der unbekannten Umgebung die Verwirrung und Verunsicherung bei den Betroffenen oft groß“, erklärt Claudia Lenden, die als Demenzbeauftragte mit ihrem Kollegen Frank Vogelsberg das Projekt ins Leben gerufen hat.

Wer nämlich an Demenz leidet, kann sich meist nur schlecht in neuer Umgebung zurechtfinden. Hinzu kommt gerade in einem Krankenhaus eine diffuse Angst nicht zu wissen, was als nächstes mit einem passieren wird. Das wiederum erschwert es dem Pflegepersonal im Krankenhaus aber, mit diesen Patienten im Sinne der Therapie zu arbeiten. In solchen Fällen können „Alltagbegleiter“ eine echte Hilfe sein.

Kleine Dinge können einen großen Nutzen bringen

Zumal es nicht immer gleich die großen Dinge sein müssen, die eine spürbare Erleichterung für Patienten wie Pflegekräfte bedeuten. „Wir hatten gleich am ersten Tag des Pilotprojekts eine Patientin mit Demenz, die einen sehr konfusen Schlaf-Wach-Rhythmus hatte. Sie machte die Nacht zum Tage und tagsüber schlief sie viel“, erklärt Frank Vogelsberg. Das war natürlich sehr ungünstig für die Pflege. Ein Alltagsbegleiter hatte sich dann um 

Demenzbeauftragter Frank Vogelsberg

diese Patientin ein paar Stunden gekümmert, sie mit in den Park genommen, sie war also beschäftigt. Die Nacht darauf schlief sie zum ersten Mal seit langem durch und war am anderen morgen erholt.

Extra Ausbildung für die Alltagsbegleiter

In der Ausbildung dieser „Alltagsbegleiter“ arbeitet das Krankenhaus Porz am Rhein mit der Caritas in Köln zusammen. Dort gibt es das Projekt CaRuSo, das Freiwillige 40 Stunden lang in der Unterstützung von Patienten mit Demenz im häuslichen Umfeld schult. Darüber hinaus haben die beiden Demenzbeauftragten des Krankenhauses Porz am Rhein ein Konzept erarbeitet, mit dem die Alltagsbegleiter zwölf weitere Stunden auf die Besonderheiten in einem Krankenhaus vorbereitet werden. Dazu zählen etwa das Einführen in Hygiene-Vorschriften oder auch in Stations- und Behandlungsabläufe.

Maximal 26 Stunden im Monat

Die Arbeit als „Alltagshelfer“ ist pro Person auf maximal 26 Stunden im Monat festgelegt und wird mit einer Übungsleiter-Pauschale von 7,50 Euro pro Stunde vergütet. Das ist der Rahmen, den man steuerfrei pro Jahr verdienen darf. „Wir sind sehr froh darüber, dass wir seitens der Geschäftsführung des Krankenhauses Porz am Rhein so gut unterstützt werden“, sagt Lenden.

Zusätzliche Hilfe für Pflegekräfte

Nach einigen Wochen wird dann eine Zwischenbilanz des Pilotprojektes gezogen. Geplant ist, das Projekt auch auf andere Stationen auszuweiten. „Wir haben den Eindruck, dass die Pflegekräfte diese zusätzliche Unterstützung sehr schätzen. Zudem erleben Patienten und Angehörigen einen angenehmen Aufenthalt im Krankenhaus. Wir können also sagen: Das Projekt scheint eine Win-Win-Situation zu ergeben“, sagt Vogelsberg.

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Pressestelle des Krankenhauses Porz am Rhein

Marc Raschke
Tel.: 02203.566-1867
m.raschke@khporz.de