Fußchirurgie

Bei Fußschmerzen  oder wenn das Laufen nur noch unter Schmerzen möglich ist, könnenunter anderem folgende Krankheitsbilder durch zertifizierte Fußchirurgen behandelt werden:

Die häufigsten Fehlstellungen am Vorfuß sind:

  • Hallux valgus
  • Hallux rigidus
  • Hammer- und Krallenzehen
  • Metatarsalgie

Entstehung:

Der Fuß ist der unterste Teil des Beines und sorgt für Stabilität und Mobilität. Der aufrechte Gang ist nicht ohne das Zusammenspiel von Knochen, Gelenken, Bändern und Muskeln möglich.

Im Laufe des Lebens können verschiedene Veränderungen und Krankheiten am Fuß auftreten, die zu Schmerzen und Immobilität führen. Das andere Bein kann nur im beschränkten Maße als Ausgleich dienen, was sich in Humpeln und eingeschränkter Beweglichkeit darstellt.

Das Organ „Fuß“ besteht aus dem Vorfuß, Mittelfuß und Rückfuß mit Fußwurzel. Im Folgenden werden die verschiedenen degenerativen Krankheitsbilder dargestellt, die von uns nach den neuesten Methoden nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Fußchirurgie behandelt werden. Die Fehlstellungen im Vorfuß werden durch Ver-erbung, Veranlagung und durch ungeeignetes Schuhwerk und Über-gewicht gefördert.

Was ist ein Hallux valgus?

Der sogenannte Spreizfuß ist eine Verbreiterung des Vorfußes mit einer Kombination aus einer Abweichung der Großzehe nach außen mit Vorwölbung des ersten Mittelfußköpfchen nach innen, die durch relative Enge des Schuhwerkes zu einer schmerzhaften Entzündung führen kann. Die Verlagerung der Großzehe kann soweit gehen, dass die benachbarten Zehen verdrängt und deformiert werden.

Radiologisch sieht man eine Verbreiterung des Winkels zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen über 10°, Verlagerung der Sesam-beine nach außen, einer Vorwölbung des 1. Mittelfußköpfchens nach innen und einer Abweichung der Großzehe nach außen.

Durch die operative Korrektur wird die ursprüngliche Fußanatomie und Funktion wiederhergestellt. Die Operation sollte frühzeitig durchgeführt werden, damit die Veränderungen nicht zunehmend schwerwiegender werden. Je nach Ausprägung der Deformierung werden Weichteilein-griffe und knöcherne Umstellungen durchgeführt. 

Die dabei eingesetzten Materialien wie Schrauben und winkelstabile Platten sind aus Titan und speziell für die Fußchirurgie vorgesehen und werden im Allgemeinen nicht wieder entfernt. Je nach Ausmaß der Deformierung wird der Mittelfußknochen an der Basis oder am Köpfchen umgestellt und die normale Anatomie wiederhergestellt. An Op-Techniken werden die Methoden nach Chevron, Scarf, basisnahe Osteotomien, Lapidus sowie Akin angewandt.

Nach der Operation, die normalerweise nur mit geringem Risiko einhergeht, wird eine frühfunktionelle Nachbehandlung mit schnellem Belastungsaufbau im sogenannten Vorfußentlastungsschuh angestrebt.

Der Krankenhausaufenthalt dauert nur wenige Tage. Die Mobilisation im Vorfußentlastungsschuh ca. 4 bis 6 Wochen. Nach anfänglicher Schwellneigung ist eine sportliche Aktivität in der Regel nach 3 Monaten errreicht. Bei schwerwiegender Deformität ist zu Anfang eine Gipsruhig-stellung angezeigt.

Was ist ein Hallux rigidus? 

Die langsame Versteifung im Großzehengrundlenk mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung führt auf Dauer zu einer aufgehobenen Be-weglichkeit. Die Klinik zeigt erhebliche Schmerzen beim Abrollen im Großzehengrundgelenk mit Verdickung der Gelenkkapsel ohne Achs-abweichung.

Die operative Behandlung richtet sich nach der Ausprägung der knöchernen Anbauten und dem Ausmaß der Arthrose im Großzehen-grundgelenk. Die OP-Technik umfasst das Abtragen der knöchernen Anbauten, über Umstellungen bis hin zur Versteifung des Gelenkes in Funktionsstellung. Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung der schmerzfreien Belastbarkeit des Vorfußes beim Abrollen. Auch hier ist die Nachbehandlung frühfunktionell im Verbandsschuh mit fester Sohle.

Was sind Hammer- und Krallenzehen?

Die Deformitäten der 2. bis 5. Zehe wie Hammerzehe und Krallenzehe sind häufige Krankheitsbilder, die oft gemeinsam mit dem Hallux valgus auftreten. Bei diesen Fehlstellungen werden die Zehen im Mittelgelenk gebeugt und haben eine Streckfehlstellung im Grundgelenk. Dadurch benötigen die Zehen mehr Platz nach oben hin und es kommt zur Schwielenbildung, sogenannte Hühneraugen.

Knöcherne Korrekturen mit Eingriffen an Gelenken und Sehnen mit vorübergehender Ruhigstellung mit Kirschnerdrähten sind die möglichen Therapien. Die Mobilisation erfolgt im Vorfußentlastungsschuh.

Was ist eine Metatarsalgie?

Aufgrund der Verformungen im Vorfußbereich kann es zu einem erhöhten Druck auf die Fußsohle im Ballenbereich in Höhe des 2. Bis 4. Mittelfußköpfchen kommen. Es kommt zu einer Schwielenbildung mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung.

Durch eine Korrektur der Mittelfußköpfchen mit Verkürzung der Mittelfüsse und Verschraubung verringert sich der Druck auf den Ballen und die Beschwerden werden beseitigt. Auch hier wird frühfunktionell nachbehandelt.

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