Vorhofohrverschluss statt Blutverdünner

Das Verschluss-System für das linke Vorhofohr als Alternative für blutverdünnende Medikamente

Durch Vorhofflimmern können Blutgerinnsel entstehen. Wenn diese Thromben in die gehirnversorgenden Blutgefäße gelangen, kommt es zu einem  Schlaganfall. Häufig ist das linke Vorhofohr der Ursprungsort dieser Gerinnsel. Daher nehmen die meisten Patienten zum Schutz vor dem gefürchteten Schlaganfall blutverdünnende Medikamente wie Marcumar oder die neuen Gerinnungshemmer ein. Eine der gefährlichsten  Nebenwirkungen dieser Medikamente sind Blutungen, insbesondere Hirnblutungen, die selber einen Schlaganfall erzeugen können.

Schonender Eingriff erfolgt in Kurznarkose

Alternative Optionen zur medikamentösen Behandlung sind seit einigen Jahren durch sog. „Vorhofohr-Verschluss-Systeme“ fest etabliert. In einem schonenden Kathetereingriff in Kurznarkose, der ca. 60 Minuten dauert, wird eine dauerhafte Implantation und somit ein vollständiger Verschluss des linken Vorhofohres ermöglicht. Damit ist eine weitere Blutverdünnung mittels Marcumar oder den neuen Antikoagulantien nicht mehr notwendig. Das Vorhofohr-Verschluss-System ist nach aktueller Studienlage zur Vorbeugung eines Schlaganfalls mindestens genauso effektiv wie die medikamentöse Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten. Der wesentliche Vorteil des Vorhofohr-Verschluss-Systems ist allerdings, dass jegliche Blutungen, die unter Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten als Nebenwirkung oder sogar lebensbedrohliche Komplikation auftreten können, wegfallen. Die weitere Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten ist somit nicht mehr erforderlich.

24 Stunden nach Eingriff kann der Patient wieder nach Hause

Das Vorhofohr-Verschluss-System wird in Kurznarkose im Herzkatheterlabor über die Leistenvene eingeführt. Zunächst wird die Vorhofscheidewand sondiert und punktiert, um das linke Vorhofohr zu erreichen. Mit Hilfe der Röntgendurchleuchtung und einer Ultraschalluntersuchung („Schluckecho“) wird die Größe des notwendigen Implantats bestimmt und anschließend eingesetzt (siehe Bilder im Anhang). Die  Nachbehandlung im Krankenhaus dauert weitere 24 Stunden, bis der Patient entlassen werden kann.