Pressemitteilung vom 20.09.2017

Hilfe gegen Schlaganfall: Herzspezialisten bieten unterschiedliche Therapien an

Die Entwicklung ist dramatisch: Die Zahl der Patienten mit der Herzrhythmus-Störung „Vorhofflimmern“ wird sich bis zum Jahr 2060 nahezu verdoppeln. Schon heute leiden 1,5 Millionen allein in Deutschland unter dieser Erkrankung. „Der Zuwachs ist nicht nur damit zu erklären, dass wir alle immer älter werden. Wir beobachten auch, dass bereits jüngere Menschen daran erkranken, die dynamisch und beruflich engagiert sind sowie überdurchschnittlich viel Sport treiben“, erklärt Prof. Dr. Marc Horlitz, Chefarzt der Kardiologie im Krankenhaus Porz am Rhein.

Gerade diese jungen Menschen entwickeln auffällig häufig plötzlich Vorhofflimmern, obwohl sie ja eigentlich alles vermeintlich richtig machen. „Aber wer regelmäßig sehr intensiven Sport und hartes Training betreibt (statistisch ab 2000 Trainingsstunden), hat ein Risiko bis zu 12,5 Prozent, ein Vorhofflimmern zu entwickeln. Im Vergleich zur Normalbevölkerung, bei der das Risiko bei immerhin 1,5 Prozent liegt, ist die Rate unter Sportlern bedeutsam erhöht“, so Prof. Horlitz.

Ablation darf nun bereits Therapie der ersten Wahl sein

Immerhin gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Therapiemöglichkeiten, um Vorhofflimmern zu behandeln und die damit verbundene Gefahr für einen Schlaganfall zu reduzieren. „Seit September 2016 können die Patienten jetzt nach Aufklärung durch den Kardiologen ihres Vertrauens selber entscheiden, ob sie die Katheter-Ablation bereits als Therapie der ersten Wahl nehmen“, sagt Prof. Horlitz. Während man zuvor zunächst Medikamente verschrieb, um über diesen Weg eine Linderung der Beschwerden zu versuchen, ermöglichen die neuen Leitlinien, dass auch sofort die „falschen Zündkerzen“ im Herzen per Ablation abgestellt werden können.

Neue Blutverdünner sind in ihrer Wirkung dem Klassiker Marcumar überlegen

Aber auch bei blutverdünnenden Medikamenten, die das Risiko für Schlaganfälle senken können, gibt es inzwischen neue und verlässliche Präparate. „Diese neuen Blutverdünner sind mitunter dem Marcumar, das lange Zeit als Standardtherapie galt, sogar in der Wirkung überlegen“, sagt Prof. Horlitz. Es komme dabei u.a. auf die Dosierung der Medikamente an.

Verschluss des Vorhofohrs verhindert Blutklumpen

Doch Schlaganfall-Vorsorge ist auch durch eine neue Technik möglich, die die Kardiologie im Krankenhaus Porz am Rhein inzwischen routiniert anwendet. „Es gibt Patienten, bei denen wir durch den Verschluss des so genannten „Vorhofohres“ eine Verbesserung erreichen“, erklärt Prof. Horlitz. Ein Vorhofohr ist eine kleine, oft genetisch bedingte Ausstülpung am Vorhof, in der Blut schlimmstenfalls verklumpen kann. „Ein solcher Blutklumpen darf nicht entstehen, da er sonst im Blut weggespült wird und an anderer Stelle im Körper, z.B. im Kopf, winzige Blutgefäße verstopft“, sagt der Mediziner. Deshalb führen die Kardiologen in Porz über einen feinen Draht eine Art Stöpsel bis zum Herzen vor, der dort dann das Ohr im Vorhof schließt.

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Pressestelle des Krankenhauses Porz am Rhein

Marc Raschke
Tel.: 02203.566-1867
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