Pressemitteilung vom 03.10.2018

Bewegende Momente beim 11. Herz- und Gefäßtag: Wenn Kinderherzen geheilt werden können

Es sind Momente wie diese, die still werden lassen: Ein Vater trägt seinen knapp zweijährigen Sohn stolz auf die Bühne. Der Junge klammert sich an ihn, vergräbt etwas schüchtern sein Gesicht. Eben noch erzählte Priv.-Doz. Dr. Eifinger, Chefarzt der Kinderklinik im Krankenhaus Porz am Rhein, in seinem Vortrag vor den mehr als 500 Gästen im Saal des Bezirksrathauses Porz über das Schicksal des Jungen. Mit einem Herzfehler war er auf die Welt gekommen, acht Monate Intensivstation. Acht Monate hofften und bangten seine Eltern zwischen High-Tech-Maschinen und Schicksal. Inzwischen geht es dem Kleinen gut. Das Wohl des Patienten sei der Maßstab, nichts anders, und die Frage, ob das Leben eines Neugeborenen mit Herzfehler lebenswert sei, stelle sich angesichts dieses so lebensfreudigen Jungen nicht, sagt Dr. Eifinger. Es folgt tosender Applaus, der Junge reckt seinen Kopf, lächelt verlegen - zweifellos einer der Höhepunkte des 11. Herz- und Gefäßtages.

Dabei lag in diesem Jahr aber auch der Schwerpunkt des Aktionstages auf "Kinderherzen" - und das durchaus im mehrdeutigen Sinne. So spendete etwa das Kooperative Kölner Herzzentrum auf der Bühne gleich 500 Euro an das "Porzer Pänz Pro-Jeck(t)". Die Initiative wird u.a. von TV-Star Guido Cantz unterstützt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern die Tradition und Kultur von Karneval näher zu bringen. "Karneval bedeutet schließlich nicht nur Kostüm und Alkohol", sagte Stephan Demmer, Präsident des Festausschusses Porzer Karneval e.V., live auf der Bühne. "Es gibt kaum einen Bereich in der Medizin, in der sich die Behandlungen so rasant weiterentwickeln wie bei Herz- und Gefäßerkrankungen. Deshalb haben wir jedes Jahr wirkliche Neuigkeiten im Programm", erklärte Prof. Dr. Marc Horlitz, Chefarzt der Kardiologie im Krankenhaus Porz am Rhein und Veranstalter des 11. Herz- und Gefäßtages, der in diesem Jahr sogar auf das Datum des offiziellen Weltherztages fiel.

Für Aufsehen sorgte dabei ein Vortrag zum Thema Bluthochdruck. Betroffene Patienten waren nämlich vor einigen Monaten von einer Nachricht aus den Medien aufgeschreckt worden, wonach blutdrucksenkende Medikamente offenbar krebserregend seien. Apotheker Martin Spieker konnte jedoch als Vortragender beruhigen. Seine Kern-Botschaft: Die Mittel stehen lediglich im Verdacht, krebserregend zu sein. Und: Es gibt auch viele Alternativ- Medikamente dieser Art, die völlig unbedenklich sind. Ein Hausarzt oder Apotheker müsse hier aber individuell beraten. Eher durch Zufall, so Spieker, war in den Produktionsbetrieben, die in China und Indien angesiedelt sind, die Verunreinigung in den Medikamenten festgestellt worden. Die Grenzwerte, ab denen die Konzentration bedenklich wird, seien jedoch recht hoch und die durch die normale Einnahme der Medikamente nur schwer zu erreichen. Zudem: Wer mariniertes Grill-Fleisch regelmäßig (nahezu täglich) isst oder viel Alkohol trinkt, habe ein ähnlich hohes Risiko, an Krebs zu erkranken.

Was Sie bislang vielleicht noch nicht über Blutgerinnungshemmer wussten

Als weiteres Medikament standen die neuen Blutgerinnungshemmer im Zentrum eines Vortrags. Dr. Petra Weßling, Oberärztin in der Kardiologie im Krankenhaus Porz am Rhein, erklärte, dass sie bei Vorhofflimmern, Beinvenen-Thrombosen und Lungenembolien eingesetzt werden. "Zusätzlich kann man sie auch bei Blutgerinnseln am Herzen einsetzen", so Weßling. Ein Ausschlusskriterium seien mechanische Herzklappen oder eine hochgradig verengte Mitralklappe am Herzen.

Schrittmacher und Defibrillatoren ohne Elektroden

Dr. Ehssan Berenjkoub, ebenfalls Oberarzt der Kardiologie in Köln-Porz, stellte in seinem Vortrag eine neue Generation von Schrittmachern und Defibrillatoren vor. Neu ist, dass sie ohne Elektroden auskommen, die langfristig sonst mitunter ein Risiko für die Gefäße darstellen, in denen sie verlaufen. Dr. Christian Hoppe, Leitender Oberarzt in der Kardiologie in Köln-Porz, präsentierte eine neue Form der Darstellung von Herzkranzgefäßen. Die "optische Kohärenztomographie" ermöglicht es, direkt aus dem Inneren eines Blutgefäßes heraus die Beschaffenheit der Gefäßwände zu ermitteln. Dies erleichtert den optimalen Einbau von Stents, also jenen kleinen Metallgittern zur Abstützung von freigeräumten Engstellen im Gefäß.

Menschen mit Diabetes stellen eine gefäßchirurgische Herausforderung da

Kurz vor Ende der Vortragsreihe stellte Dr. Ingo Stamm, Oberarzt der Radiologie im Krankenhaus Porz, dann den modernsten Kardio-CT vor, der derzeit auf dem Markt ist. Dr. Thomas May, Chefarzt der Gefäßchirurgie, gab dann im letzten Vortrag des Tages einen Einblick in die minimal-invasive Therapie bei Diabetikern. Menschen mit Diabetes haben nämlich die Besonderheit, dass ihre Gefäßwände bei unbehandelter Erkrankung Ablagerungen bilden, was gefäßchirurgisch eine Herausforderung darstellt. Die Veranstaltung stand wie jedes Jahr unter der Schirmherrschaft der Deutschen Herzstiftung. Zahlreiche Vereine und Initiativen stellten sich im Foyer des Rathauses vor und bildeten somit das Rahmenprogramm. Mit Dr. Hans-Jürgen Schäfer war zudem erstmals ein niedergelassener Kardiologie im Interview auf der Bühne, der auf 30 Jahre Praxis-Erfahrung zurückblicken kann und somit der in Köln am längsten niedergelassene Kardiologe ist.

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Marc Raschke
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