Pressemitteilung vom 28.03.2017

Appell zur Organspende: Herztag im Maritim-Hotel stellt u.a. herzunterstützende Systeme vor

Am Ende seines Vortrags am 27.03.2017 im Maritim-Hotel Köln wurde Prof. Gummert emotional: Der Herzchirurgie vom Herzzentum Bad Oeyenhausen zeigte zwei Fotos mit Kindern, die schwere Maschinen neben sich her schieben. Ohne diese Maschinen, so der Experte, könnten die Kinder nicht überleben, da sie auf ein neues Herz warten. Zwar sei die die Technik von herzunterstützenden Systemen heutzutage schon sehr weit; Prof. Gummert stellte da den neuesten Stand der Technik vor. Doch gleichzeitig sei die Medizin noch weit entfernt von z.B. Herzen aus dem 3-D-Drucker o.ä.

Entsprechend appellierte der renommierte Mediziner während des 10. Herztages des Kooperativen Kölner Herzzentrums beidseits des Rheins (KKH) an die über 850 Zuhörer, sich doch einmal Gedanken über die Möglichkeit einer Organspende zu machen. Immer noch warten nämlich zu viele Patienten auf ein Spenderherz; die Zahl der Organspenden in Deutschland ist jedoch seit Jahren auf sehr niedrigem Niveau. Doch ein Glück: Vergleichsweise wenige Menschen werden einmal in ihrem Leben auf ein Spenderherz angewiesen sein.

Ablation und Medikament-Therapie nun gleichwertig

Viel verbreiteter sind da Herzrhythmusstörungen, etwa das Vorhofflimmern. Hier konnte Porf. Horlitz, Sprecher des KKH und Chefarzt der Kardiologie im Krankenhaus Porz am Rhein, gute Nachrichten vermelden. Europaweit haben sich Kardiologen nämlich auf neue Richtlinien für die Behandlung dieser Erkrankung verständigt, nach denen Patienten künftig mit ihren Ärzten gleichberechtigt entscheiden dürfen, ob sie zunächst eine medikamentöse Therapie vorziehen oder lieber gleich auf die Ablation des Vorhofflimmerns setzen. "Beide Therapieansätze werden damit als gleichwertig betrachtet, das ist wirklich ein Novum", erklärt Prof. Horlitz.

Dr. Gysan, ebenfalls Sprecher des KKH, erörterte in seinem Vortrag "Was ist dran an der Cholesterin-Lüge" die Mythen und Fakten rund um Cholesterin-Senker. So sei hier z.B. ein differenzierterer Einsatz angeraten, etwa wenn der Patient noch relativ jung ist und aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes noch keine weiteren Probleme zu erwarten sind.

Viele Apps und Fitnessbänder haben kaum einen Nutzwert

Im Zuge des Self-Trackings-Trends und der Digitalisierungwelle gab es auf dem Herztag erstmals auch einen Vortrag über Smartphone-Apps und Fitnessbänder im Gesundheitsmarkt! Im Leben moderner Menschen sind sie nämlich schon längst nicht mehr wegzudenken: Fitnessbänder und Apps, die dabei helfen, seine Körperfunktionen zu überwachen. Einige zigtausend dieser Angebote gibt es bereits auf dem Markt - doch wozu rät der Arzt wirklich? Leider stufen die Experten bislang nur wenige Angebote als wirklich nützlich ein. Am Ende zähle jedoch, sich überhaupt zu bewegen.

Aktive Übungen während des Vortrags für das Saalpublikum

Dies konnten die Teilnehmer des Herztages dann auch gleich vor Ort im Saal umsetzen. Diplom-Sportlehrer Thomas Berg vom Reha-Zentrum AmKaRe demonstrierte in seinem Aktiv-Vortrag einige einfache Übungen, die einen maximalen Effekt auf die körperliche Leistung haben. Neben den Vorträgen gab es zahlreiche Ausstellungsstände, an denen sich die Besucher informieren konnten. Die gesamte Veranstaltung stand einmal mehr unter der Schirmherrschaft der Deutschen Herzstiftung.

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Pressestelle des Krankenhauses Porz am Rhein

Marc Raschke
Tel.: 02203.566-1867
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