Pressemitteilung vom 25.09.2017

10. Herz- und Gefäßtag in Porz klärte über Risiko und Therapie von Infarkten in Herz und Hirn auf

Referententeam & Organisationsteam des 10. Herz- und Gefäßtages im Bezirksrathaus Porz.

Ein winziges Ultraschall-Gerät, das feiner als ein Stecknadel-Kopf ist und direkt aus dem Inneren eines dünnen Blutgefäßes Aufnahmen sendet? Oder ein Mini-Messdraht, der selbst geringste Flussgeschwindigkeiten des Blutes unmittelbar in der Blutbahn aufspürt? Klein, kleiner - moderne Medizin. Die Kardiologie im Krankenhaus Porz am Rhein wird zum Miniatur-Wunderland; zumindest, was ihre Hightech-Geräte zur Behandlung von verengten Herzkranzgefäßen angeht. Auf dem 10. Herz- und Gefäßtag im Porzer Rathaus am 23.09.2017 staunten die über 500 Besucher entsprechend, als Dr. Christian Hoppe, leitender Oberarzt der Kardiologie von Prof. Horlitz, nun das allerneueste vorstellte: einen mit Diamanten besetzten Miniatur-Bohrer. Wahrlich eine „hochkarätige“ Methode!

„Dank des Diamanten als härtestem Material der Welt sind wir in der Lage, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 180.000 Umdrehungen pro Minute den Kalk aus einem Blutgefäß zu fräsen“, erklärt Dr. Hoppe. Die Rückstände des Kalks seien derart winzig im Blut, dass sie problemlos vom Körper abgebaut werden können. Ist das also die Rettung für sämtliche verengten Herzkranzgefäße? Nein, so weit geht der Mediziner nicht. „Der Diamantbohrer kommt zum Einsatz, wenn herkömmliche Methoden wie zum Beispiel die Aufdehnung der Engstelle mit einem Mini-Ballon-Katheter keinen Erfolg versprechen.“

"Je eher ein Patient kommt, desto besser können wir helfen"

Bei akuten Verengungen oder gar dem Verschluss der Herzkranzgefäße ist dann jede Minute entscheidend: 112 wählen! Hier müssen Profis ran. Gleiches gilt bei einem Verschluss von Blutgefäßen im Kopf - dem Schlaganfall. „Je eher die Patienten in eine Notaufnahme kommen, desto größer ist die Chance, dass wir ihnen helfen können“, erklärte Dr. Ranka Marohl, Chefärztin der Notfallambulanz im Krankenhaus Porz am Rhein, auf dem Herz- und Gefäßtag.

Der Saal im Bezirksrathaus war bereits zu Beginn bis auf den letzten Platz gefüllt.

Verdächtige Hinweise auf einen Schlaganfall seien u.a. eine hängende Gesichtspartie, eine undeutliche, „verwaschene“ Sprache oder eine Einschränkung in der Bewegung. „Selbst wenn diese Beschwerden nur für eine gewisse Zeit auftauchen und dann wieder von selbst verschwinden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen“, so Dr. Marohl. Wie die Mediziner solche und andere Engstellen dann sichtbar machen, erklärte Dr. Bastian Vloet, leitender Oberarzt in der Radiologie von PD Dr. Bansmann. In einem Rundum-Blick stellte Dr. Vloet die neuesten bildgebenden Verfahren vor, die dank 3-Tesla-MRT, Super-CT und Röntgen möglich sind.

"Ist der Stöpsel gesetzt, ist das Risiko gebannt."

Neben Kalk können auch Gerinnsel, also Blutklumpen, dafür sorgen, dass Blutgefäße verstopfen und ein Infarkt in Herz oder Hirn erfolgt. Blutklumpen entstehen, wenn das Blut z.B. durch eine Barriere oder Rhythmusstörung kurzzeitig nicht optimal fließt und das Blut entsprechend seiner an sich sinnvollen Natur gerinnt. Um solche Blutgerinnsel zu verhindern, gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie Prof. Dr. Marc Horlitz, Chefarzt der Kardiologie im Krankenhaus Porz am Rhein erklärte. „Mit modernen Medikamenten können wir ihr Blut flüssig halten, wir können aber auch Rhythmusstörungen als Ursache für Gerinnsel beheben“, so der Experte. „Das allerneueste ist, dass wir mit einer Art Stöpsel das so genannte „Vorhofohr“ verschließen können, damit sich dort keine Gerinnsel bilden können.“ Das Vorhofohr ist eine angeborene Ausstülpung in der Herzwand, in der das Blut langsamer fließt und so gerinnt. „Ist der Stöpsel gesetzt, ist das Risiko gebannt.“

Deutsche Herzstiftung war Schirmherr der Veranstaltung

Prof. Horlitz hatte gemeinsam mit Dr. Thomas May, Chefarzt der Gefäßchirurgie im Krankenhaus Porz, zum inzwischen 10. Herz- und Gefäßtag eingeladen. Die Veranstaltung stand einmal mehr unter der Schirmherrschaft der Deutschen Herzstiftung und war Dank der freundlichen Unterstützung des Bezirksrathauses Porz am Rhein sowie zahlreicher Sponsoren möglich geworden.

Das Programm:

Rückfragen?

Pressestelle des Krankenhauses Porz am Rhein

Marc Raschke
Tel.: 02203.566-1867
m.raschke@khporz.de