Kölner Infarkt Modell

Das Kölner Infarkt Modell (KIM) am Krankenhaus Porz am Rhein

Das Kölner Infarkt Modell ist eine im Jahr 2005 gegründete Initiative des Rettungsdienstes der Stadt Köln sowie aller 16 Kölner Kliniken mit dem Ziel, die Versorgung von Patienten mit einem akuten Herzinfarkt zu optimieren.

Der akute Herzinfarkt ist noch immer eine der häufigsten Todesursache in Deutschland. Durch den akuten Verschluss eines Herzkranzgefäßes ist die Durchblutung von Herzmuskelgewebe vermindert bzw. unterbrochen. Ohne sofortige Behandlung kommt es zum Absterben des minderversorgten Gewebes mit Ausbildung einer Narbe.

Gemäß den Leitlinien der Europäischen sowie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie besteht die Therapie der Wahl darin, den Patienten möglichst schnell einer Herzkatheteruntersuchung zuzuführen. Mittels Aufweitung des Gefäßverschlusses mit einem Ballonkatheter sowie der anschließenden Implantation einer Gefäßstütze (Stent) aus Metall wird die Durchblutung des Herzmuskels wieder hergestellt. Hierbei spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. Je länger die Durchblutungsstörung besteht, desto ausgeprägter ist der bleibende Schaden am Herzmuskel und desto höher ist die Sterblichkeit.

„Zeit ist Herzmuskel!“

Die „Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie und Rhythmologie“ am Krankenhaus Porz am Rhein verfügt im Rahmen des Kölner Infarktmodells (KIM) über ein hochqualifiziertes Team aus Kardiologen und Schwestern, die eine 24-Stunden-Herzkatheterereitschaft an 365 Tagen im Jahr ermöglichen, damit alle Patienten mit einem akuten Herzinfarkt rund um die Uhr unmittelbar versorgt werden können.

Im Kölner Infarkt Modell sind alle an der Versorgung von Patienten beteiligten Strukturen (Rettungsdienst, Kliniken, Kardiologen und Notdienstpraxen) eng vernetzt. Durch die Etablierung eines Qualitätsmanagements, durch strukturierte interne Fortbildung sowie durch intensive Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, die Kölner Bürgerinnen und Bürger für die Infarktproblematik zu sensibilisieren, konnte in den letzten Jahren die Versorgung der Herzinfarktpatienten auf ein überdurchschnittliches Niveau gesteigert werden.

Bei plötzlich auftretenden Brustschmerzen oder anderen Beschwerden, die auf einen Herzinfarkt hindeuten, muss unverzüglich über die Notrufnummer 112 der Rettungsdienst der Stadt Köln verständigt werden. Findet der Notarzt Anzeichen für das Vorliegen eines akuten Herzinfarkts, wird er den Patienten auf schnellstem Weg in das nächstliegende Krankenhaus mit Herzkathetermessplatz transportieren.

Im Krankenhaus Porz am Rhein stehen rund um die Uhr hochmoderne Herzkatheterlabore mit modernster Ausstattung bereit, besetzt mit einem in der Behandlung von akuten Herzinfarkten überaus erfahrenen Kardiologen sowie Herzkatheterschwestern. An Wochenenden und Feiertagen sowie nachts besteht ein Rufdienst, der bereits verständigt wird, bevor der Patient das Krankenhaus erreicht hat, so dass unser Notfallteam innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit ist. Der Patient wird ohne Umwege in das Herzkatheterlabor gebracht, wo unmittelbar mit der Behandlung begonnen wird. Direkt im Anschluss erfolgt eine Überwachung auf unserer Intensivstation, bevor der Patient anschließend auf die Normalstation verlegt werden kann. Von dort aus wird bereits die Anschlussheilbehandlung, die nach der Entlassung aus dem Krankenhaus beginnt, eingeleitet.