Echokardiographie, Spiroergometrie

Echokardiographie des Herzens

Echokardiographie (Herzultraschall) ist ein unverzichtbarer Bestandteil der kardiologischen Diagnostik. Mittels Echokardiographie  kann das menschliche Herz in seiner Funktion und Struktur beurteilt werden.

Die Abteilung für Echokardiographie verfügt über drei moderne  Echokardiographiegeräte und ein tragbares hochmobiles Ultraschallsystem  inklusive der Möglichkeit zur  dreidimensionalen Echokardiographie, transösophagealen Echokardiographie und Stressechokardiographie. Alle modernen Ultraschallgeräte verfügen über die Möglichkeit einer kontrastmittelverstärkten  Aufnahmetechnik, welche die Beurteilung von komplexen Erkrankungen insbesondere der Ventrikel und Herzklappen verbessert.  Alle Bilddaten werden digital zentral  archiviert und stehen bei Bedarf jederzeit auf mobilen Datenträgern zur Verfügung. Die Untersuchungen werden von erfahrenen Kardiologen und Kardiologinnen sowie von Ärzten und Ärztinnen in der Weiterbildung unter Aufsicht durchgeführt. Ein freundliches Team von vier Krankenschwestern sorgt für Ihr Wohlbefinden sowie für einen reibungslosen Ablauf  Ihrer Untersuchung.

Die Untersuchung selbst ist völlig ungefährlich und kann ohne Strahlenbelastung zu jeder Zeit wiederholt werden.  Im Folgenden werden die wichtigsten echokardiographischen Verfahren, die in der Abteilung angewendet werden, kurz vorgestellt.

Transthorakale Echokardiographie mit Farbdoppler und Gewebedopplertechnik ermöglicht eine genaue Beurteilung der Größe der Herzkammern  und eine zuverlässige Beurteilung der Pumpfunktion und Klappenfunktion  des Herzens, zeigt außerdem veränderte Blutströmungen bei Herzklappenfehlern oder Kurzschlussverbindungen zwischen den Herzhöhlen.

Transösophageale Echokardiographie wird durchgeführt, um bei Patienten mit Vorhofflimmern ein Blutgerinnsel im linken Vorhof ausschließen oder die Klappenfunktion beurteilen zu können. Dazu wird unter ausreichender Sedierung ein flexibles Endoskop vorsichtig in die Speiseröhre vorgeschoben, um hier in unmittelbarer Nachbarschaft zum Herzen mittels Ultraschall behandlungsbedürftige Veränderungen feststellen zu können.

Dreidimensionale Echokardiographie ist die neueste Entwicklung auf dem Ultraschallgebiet. Sie ermöglicht eine dreidimensionale Darstellung des Herzens mit allen seinen Strukturen und findet z. Zt. ihren Einsatz in der Beurteilung von Herzklappenfehlern und Veränderungen der Herzgröße und Funktion.

Ein Schwerpunkt der Abteilung ist die Durchführung der Stressechokardiographie, mit der unter ergometrischer oder pharmakologischer Belastung das Pumpverhalten des Herzens und somit indirekt die Durchblutung des Herzens beurteilt werden kann. Hierfür steht eine Stressecholiege zur Verfügung, auf der der Patient mittels Ergometrie physiologisch belastet wird. Gleichzeitig wird unter verschiedenen Belastungsstufen eine Echokardiographie durchgeführt. Somit wird der Schweregrad einer koronaren Herzerkrankung beurteilt, so dass die Notwendigkeit zur Durchführung einer anschließenden Katheteruntersuchung gut abgeschätzt werden kann. Weiterhin kann die Stressechokardiographie bereits in der Früherkennung von Herzerkrankungen als ein wichtiges und sicheres diagnostisches Werkzeug eingesetzt werden.

Spiroergometrie

Bei der Spiroergometrie handelt es sich um eine Funktionsprüfung von Lunge und Herz-Kreislauf.

Körperliche Belastung bedarf der koordinierten Zusammenarbeit des Herz-Kreislauf-Systems, der Lungen sowie der arbeitenden Muskulatur. Wegen des engen Zusammenspiels der Organsysteme können einerseits Herzerkrankungen Auswirkungen auf den Gasaustausch in der Muskulatur und der Lungen haben, andererseits können Lungenerkrankungen Veränderungen im Herz-Kreislauf-System hervorrufen.

Die Spiroergometrie misst zusätzlich zu EKG und Blutdruck das Atemminutenvolumen und den Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid Atemzug-um-Atemzug über eine Atemmaske. Es wird die maximale Sauerstoffaufnahme bei maximaler körperlicher Belastung gemessen und eine Schwelle bestimmt, an der die Energiebereitstellung für den Muskel nicht mehr nur über Sauerstoff, sondern auch auf einem anderen Stoffwechselweg erfolgt.
Die Methode eignet sich zur präzisen Unterscheidung von herzbedingter und atmungsbedingter Luftnot in Ruhe und unter Belastung. Vor größeren Operationen kann hierdurch die OP-Fähigkeit beurteilt werden. Interessant ist diese Untersuchung auch  für alle Erkrankungen die zu einer erheblichen Leistungsminderung führen, wie

  • chronische Herzerkrankungen (v.a. Herzschwäche, Herzinsuffizienz)
  • Lungenerkrankungen (COPD oder chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Lungenfibrosen)
  • Erkrankungen die zu schwerem Muskelverlust führen.

Nicht nur Kranke profitieren von dem Zuwachs an diagnostischer Erkenntnis, die Methode ist auch zur Steuerung für den Alltagssport hilfreich.
Positive Auswirkungen von regelmäßiger körperlicher Bewegung und Sport auf Gesundheit, Lebensqualität und Lebenserwartung  wird in der Regel dann eintreten, wenn die Belastung angemessen intensiv, ausreichend lange und regelmäßig erfolgt. Bei der Spiroergometrie im Rahmen von Ausdauertraining und Rehabilitation geht es vor allem um die Planung und Erfolgskontrolle einer regelmäßigen körperlicher Aktivität.

Wir beantworten folgende Fragen:

  • Wie leistungsfähig sind Sie? (Bestimmung der aktuellen kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit und anaerobe Schwelle)
  • Wie viel Sport brauchen Sie? (Trainingsplanung nach spiroergometerischer Empfehlung)
  • Wie erfolgreich sind Sie im Sport? (Die signifikante Zunahme der Leistung anhand von spiroergometrischen Werten bei der Kontrolluntersuchung)

Durchführung der Untersuchung

Zunächst wird eine Atemmaske, die über Nase und Mund reicht, angepasst. Dann werden eine Blutdruckmessung, das Schreiben eines Ruhe-EKGs und die Messung der Atemgase in Ruhe vorgenommen. Nach fünfminütiger Ruhe- und Adaptationsphase beginnt die Belastungsphase, wobei zwei verschiedene Verfahren zur Anwendung kommen können: die Fahrradspiroergometrie im Sitzen oder in halbliegender Position und die Laufbandspiroergometrie.

Bei beiden Verfahren wird kontinuierlich das EKG abgeleitet sowie regelmäßig der Blutdruck registriert. Über die Maske werden bei jedem Atemzug Sauerstoff und Kohlendioxid analysiert sowie die Atemfrequenz und das Atemzugvolumen bestimmt. Alle ein bis zwei Minuten erfolgt eine Belastungssteigerung bis zum Erreichen der individuellen Maximalleistung nach ca. 8 bis 12 Minuten. Der Patient wird so lange belastet, bis er symptomlimitiert abbricht. Die häufigsten Symptome sind muskuläre Erschöpfung, nicht mehr tolerable Luftnot, Brustschmerzen, Schwindel. Nach Belastungsende werden für weitere fünf Minuten alle o.g. Messgrößen erfasst. Mitunter werden vor Beginn des Belastungstests und unter maximaler Belastung zusätzlich die Blutgase bestimmt.