Pressemitteilung vom 07.12.2016

May & May 2016: Gefäßspezialisten über Innovationen in der Therapie

Es ist wie beim drohenden Rohrbruch: Manchmal hilft es schon, ein zweites Rohr in das defekte vorzuschieben, um die Stelle sicher abzudichten und den Druck von der Stelle zu nehmen. Was diese Methode mit der Ärztefortbildung "May & May" zu tun hat, die jetzt für über 120 Hausärzte sowie Herz- und Gefäßspezialisten wieder einmal im Hyatt Hotel Köln stattfand? Eine Menge, denn ein ähnliches Prinzip nutzen auch Gefäßchirurgen, wenn sie eine gefährliche Gefäßaussackung (Aneurysma) im Rahmen eines Eingriffs behandeln.

Dr. Thomas May, Chefarzt der Gefäßchirurgie im Krankenhaus Porz am Rhein, stellte dieses endovaskuläre und für den Patienten im Vergleich zur offenen Bauch-OP schonendere Verfahren vor, machte dabei aber auch deutlich, dass es nicht immer einsetzbar ist. "Das liegt vor allem daran liegt, dass sich die krankhafte Gefäßaussackung je nach Form und Ausgestaltung, wir Ärzte sprechen dabei von der Morphologie, als ungeeignet erwiesen kann", sagt Dr. May. Die Prothese, die über einen Schnitt in der Leiste bis zur Bauch- und Brustaorta vorgeschoben wird, muss nämlich unter Röntgenkontrolle sicher im Gefäßgewebe verankert werden. Wenn dies die Beschaffenheit der Wand im Blutgefäß nicht zulässt, ist eine OP am offenen Bauch oft die einzige Alternative.

Einsetzen von individuellen Prothesen sollte in hochspezialisierten Gefäßzentren erfolgen

Inzwischen sind erfahrene Operateure jedoch in der Lage, selbst komplizierte Verästelungen der Gefäße mit einer entsprechenden Prothese endovaskulär, also per Zugang über das Gefäßsystem, auszustatten. Bei jedem zehnten Aneurysma ist es nämlich so, dass von der krankhaften Stelle der Bauchschlagader noch weitere Gefäßabgänge und Verästelungen z.B. in Richtung Nieren oder Beingefässes abgehen. Hier muss eine Prothese entsprechend im Vorfeld des Eingriffs maßgeschneidert angefertigt werden, damit sie sich vor Ort im Körper dann optimal entfaltet und den Gegebenheiten im Gefäß anpasst. "Das Einsetzen dieser individuellen Prothesen erfordert die Erfahrung eines großen und hochspezialisierten Gefäßzentrums, da sie beim Aufspannen der Prothese im Körperinneren nur eine Versuch haben", erklärt Dr. May.

Vielversprechende medikamentöse Therapie bei Herzinsuffizienz

Doch nicht nur chirurgische Themen waren Kern der Vorträge bei "May & May". Dr. Erik May, niedergelassener Kardiologe und Gefäßmediziner, stellte eine medikamentöse Therapie bei Herzinsuffizienz vor, die selbst bei fortgeschrittener Erkrankung recht vielversprechend ist. Das ist insbesondere deshalb bemerkenswert, weil zuvor rund 20 Jahre lang keine wirkliche neue, durchschlagende Substanz auf den Markt gekommen war und eine Herzinsuffzienz heutzutage immer noch die häufigste Diagnose für eine stationäre Krankenhaus-Einweisung darstellt.

Entresto ist der Name, unter dem der Wirkstoff auf dem Markt ist 

Der neue Wirkstoff, der unter dem Namen Entresto auf dem Markt ist, wird bei erwachsenen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz und einer reduzierten Pumpfunktion des Herzens empfohlen und ist hierfür seit November 2015 in der EU zugelassen. "Der Gemeinsame Bundesausschuss sieht in der neuen Substanz einen beträchtlichen Zusatznutzen, das ist also ein klares Gütesiegel", erklärt Dr. Erik May. Insbesondere für Patienten ohne Diabetes ist dieser Zusatznutzen groß, bei Herzpatienten mit Diabetes kann nur ein geringer Zusatznutzen ausgemacht werden.

Neuen Wirkstoff nur ausprobieren, wenn alles andere nicht hilft

Zunächst bleibt jedoch bei Herzinsuffizienz die Standardtherapie empfohlen. Erst, wenn die Patienten nicht auf die gängigen Mittel reagieren bzw. die Symptome unverändert bleiben, soll auf den neuen Wirkstoff umgeschwenkt werden. "Das Problem sind nämlich derzeit noch die Therapiekosten, die verglichen mit den bisher üblichen Substanzen doch erheblich sind", sagt Dr. Erik May. Die neue Substanz kostet pro Jahr um das mehr als 30-fache mehr als die derzeit gängigen Wirkstoffe. Doch schon jetzt haben einige Krankenkassen Rabattverträge ausgehandelt.

Viele Mediziner aus Köln und Umgebung reisen zu den Vorträgen

Zahlreiche weitere Experten-Vorträge, darunter vom Herzspezialisten Dr. Detlef Gysan und Lungenspezialisten Dr. Justus De Zeeuw, rundeten die Fortbildung ab und brachten die Zuhörer auf den neuesten Stand der medizinischen Entwicklung. Die Veranstaltung hat sich mittlerweile zu einer festen Fortbildungs-Größe in der Jahresplanung vieler Mediziner etabliert und erreicht selbst Ärzte außerhalb Kölns, die extra für die Vorträge an den Rhein reisen.

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Jennifer Engel
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