Phlebologie

Krampfadern ( Fachvokabular : Varikosis, Varizen)

Ursachen und Beschwerden

Krampfadern/ Varikosis ist ein in der Bevölkerung sehr häufig  vorkommendes Krankheitsbild, das sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftritt. Es liegt eine Veränderung der Venenwand und Venenklappen vor, die sich im Laufe der Zeit zum Krampfaderleiden unterschiedlichen Ausmaßes entwickelt.  Bei der sog. Stammvarikosis handelt es sich nicht nur um ein kosmetisches Problem, sondern es kommt im Verlauf zu Gewebeveränderungen am Unterschenkel – den sogenannten trophischen Störungen- bis hin zu einem Unterschenkelgeschwür – dem sogenannten Ulcus cruris.  Auch das Thromboserisiko ist im Vergleich zum „Venengesunden“ um das XXX fache erhöht.  Auch Venenentzündugen kommen gehäuft vor. Die Beschwerden reichen von nur sichtbaren Hautveränderungen über Spannungsgefühl, Schweregfühl und nächtliche Wadenkrämpfe bis hin zu den o.g. Hautveränderungen, Juckreiz, Ekzemen und offenen Stellen.

 

Diagnostik

Zu der körperlichen Untersuchung  gehört eine apparative Untersuchung wie eine Farbduplexuntersuchung, Dopplersonographie und Lichtreflexionsrheographie in denen jeweils die Funktion der Venen überprüft wird.  Entsprechend diesen Untersuchungsergebnissen kann dann Stadiengerecht eine entweder konservative Therapie mit Kompressionsstrümpfen oder eine operative Therapie angeboten werden.

 

Therapie

Das Spektrum der Therapiemöglichkeiten ist sehr vielfältig. Ziel jeder Behandlung ist es, den Rückfluss von Blut aus dem tiefen Venensystem in das „kaputte“ oberflächliche erweiterte Venensystem zu unterbrechen und auf Dauer zu verhindern. Das Blutvolumen im erkrankten Bein muss vermindert werden, um eine Wassereinlagerung zu verhindern. Die konservative Therapie umfasst die Anpassung von Kompressionsstrümpfen Klasse I oder II, die tagsüber getragen werden sollten.Die operative Therapie umfasst die chirurgische Unterbindung und Entfernung der erkrankten Venen. Bei der Babcock OP zum Beispiel wird die komplette Stammvene von der Leiste bis zum Unterschenkel/Innenknöchel gestrippt/entfernt. Zusätzlich werden kleinere Seitenastvarizen durch winzige Schnitte entfernt.  Hierbei sind die Narben praktisch unsichtbar. Nach der Operation wird das Tragen eines Kompressionsstrumpfes für 4 Wochen empfohlen. 

Weitere Methoden sind die endovenösen Therapien, in denen die Venen von innen durch Laser oder Radiofrequenzsonden hochenergetisch  „verklebt“ werden.  Dabei wird die Venen im Ober-oder Unterschenkel punktiert, die Sonden hineingeschoben und durch langsames Zurückziehen die Venen von innen verödet.  Dem schließt sich eine Kompressionstherapie für 3-4 Wochen an. Wir hier im Haus bieten die Radiofrequenzablation an, nicht jede Krankenkasse übernimmt jedoch dieses Therapieverfahren.  

Zusätzliche Möglichkeiten sind noch die Schaumverödung , wo in die betroffenen Venen eine Schaumflüssigkeit gespritzt wird, die die Venen verschließt.

Welches Verfahren für den Patienten in Frage kommt, wird in dem Arztgespräch besprochen und entsprechend dann die verschiedenen Therapien eingeleitet. Die meisten operativen Maßnahmen können als ambulante Operation durchgeführt werden.

Grundsätzlich gilt, dass das Krampfaderleiden eine nicht zu heilende Erkrankung ist, die immer wieder  auftreten kann – aus diesem Grund sollten langfristig regelmäßige Kontrolluntersuchungen stattfinden.