Aneurysmen

Operationen von Aneurysmen

Bauchschlagader – Brustschlagader – Knieschlagader

Diese Operationen werden eingesetzt, um eine tödliche innere Blutung zu vermeiden oder einen akuten Verschluß mit drohenden Extremitätenverlust vorzubeugen.

In unserer Klinik werden jährlich mehr als 150 Eingriffe an der Bauchschlagader durchgeführt, wobei in 50% der Fälle die Ausschaltung des Aneurysmas mit einer endovaskulär Methode möglich ist. Seit 1997 wird dieses Verfahren bei unseren Aneurysmapatienten angewendet und konnte in mehr als 700 Fällen erfolgreich durchgeführt werden. In den letzten Jahren haben wir unser Spektrum um sogenannte Hybridoperationen erweitert, vor allem bei den thorakalen und thorakoabdominellen Aneurysmen.

Entstehung und Risikofaktoren

Eine Aussackung der Hauptschlagader (Aorta), ein sogenanntes Aneurysma, tragen etwa 300.000 Patienten in Deutschland.

Durch die fortschreitende Arteriosklerose kommt es in der Regel zu einer Kalkablagerung in der Wand der Gefäße und damit zu einer Gefäßverengung. In vielen Fällen kann die Arteriosklerose aber nicht nur zu Verengungen, sondern auch zu einer Ausweitung der Schlagadern (Aneurysma) führen; kommt es zu einer Ausweitung der Bauchschlagader, handelt es sich um das sogenannte Bauchaortenaneurysma.

Besonders Raucher, Zuckerkranke und Patienten mit Bluthochdruck oder erhöhten Blutfettwerten gehören zu den Risikogruppen.

Gefahren

Ohne angemessene Behandlung kann das Auftreten eines Bauchaortenaneurysmas gefährlich sein. Die dünne Wand der Bauchschlagader kann einreißen und sogar platzen, was eine Verblutung zur Folge haben kann. Schließlich können Blutgerinnsel in die Beingefäße wandern und hier möglicherweise einen Gefäßverschluss hervorrufen.

Durch eine zeitgerechte operative Versorgung des Aortenaneurysmas sind diese Gefahren vermeidbar.

Operationsmethoden

Die klassische Operationsmethode eines Aneurysmas der Hauptschlagader besteht in der Regel in der Entfernung der Aussackung über einen großen Bauchschnitt und den Ersatz des erkrankten Gefäßes durch eine Kunststoffprothese.

Bei ca. 30% der Patienten ist es möglich, von der Leiste aus eine Stent-Prothese einzusetzen. Diese neuere Behandlung, die für den Patienten weniger belastend ist, fällt unter den Oberbegriff der „Schlüsselloch-" oder „minimal invasiven Chirurgie".

Die konventionelle Operation

Bei diesem Vorgehen soll die Ausweitung der Bauchschlagader durch eine Kunststoffprothese überbrückt werden. Die Operation erfordert eine Vollnarkose oder Regionalbetäubung.

Zunächst wird der Bauchraum eröffnet. Anschließend wird ober- und unterhalb des Aneurysmas die Schlagader abgeklemmt, das Aneurysma eröffnet und eine Kunststoffader zwischengeschaltet. Sind zusätzliche Ausweitungen oder starke Verkalkungen der Beckenschlagader vorhanden, müssen auch diese ersetzt werden; dies entscheidet sich zumeist erst im Laufe der Operation.

Sofern das Aneurysma sehr hoch reicht oder Engstellen vorliegen, müssen gelegentlich Verkalkungen der Nierenschlagader oder anderer Eingeweideschlagadern korrigiert werden, um eine regelrechte Durchblutung der Organarterien zu gewährleisten.

Eventuell wird am Ende der Operation eine Röntgenkontrollaufnahme mit Kontrastmittel durchgeführt.

Die interventionelle (endovaskuläre) Operation

Bei dem sogenannten endovaskulären Verfahren wird eine Prothese, die aus einem Metallgitter und einem Kunststoffmantel besteht, durch einen kleinen Schnitt in der Leiste in das Gefäß eingeführt und in der aufgeweiteten Schlagader entfaltet.

Wie bei allen operativen Eingriffen, kann es bei beiden Verfahren allgemeine und spezielle Komplikationen geben. Diese werden Ihnen im Gespräch mit Ihren betreuenden Ärzten erläutert.