Wissenswertes zu Myomen

Myome: Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten

Dr. med. Mahdis Najafpour, Chefärztin der Gynäkologie

Myome sind gutartige Wucherungen in oder an der Gebärmutter. Sie treten bei Frauen unterschiedlichen Alters auf. Am häufigsten ist jedoch die Altersgruppe zwischen 35 und 55 Jahren betroffen. Als Ursache wird deshalb auch ein Zusammenhang mit dem Hormon Östrogen angenommen.

Die Symptome, die Myome verursachen, hängen von ihrer Lage und Größe sowie der Wachstumsgeschwindigkeit ab. „Die meisten Myome sind klein, machen sich nicht weiter bemerkbar und werden daher eher zufällig im Rahmen einer Routine-Untersuchung beim Frauenarzt entdeckt“, weiß Dr. med. Mahdis Najafpour, Chefärztin der Gynäkologie am Krankenhaus Porz am Rhein. Andere verursachen Menstruationsstörungen in Form von verstärkten und verlängerten Perioden- oder Zwischenblutungen. Auch chronische, oft ziehende Unterbauchschmerzen mit oder ohne Druckgefühl sowie ein allgemeines Schlapp- und Krankheitsgefühl sind typisch. Manchmal üben Myome auch Druck auf andere Organe aus und beeinträchtigen damit vor allem Blase, Nieren und Enddarm in ihren Funktionen. Störungen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang sind die Folge. Auch ungewollte Kinderlosigkeit sowie Früh- und Fehlgeburten können in einigen Fällen auf Myome zurückgeführt werden.

Zur Behandlung von Myomen stehen je nach Größe und Lage des Myoms, dem Alter der Patientin, dem Stand ihrer Familienplanung sowie der Art der Beschwerden ganz unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. „Kleinere Myome, die keine Probleme verursachen, können sogar in der Gebärmutter verbleiben. Ist der Leidensdruck der Patientin dagegen hoch, müssen sie behandelt werden“, empfiehlt die Expertin. Infrage kommen Medikamente, operative oder nicht-operative Verfahren.

Zu den nicht-operativen Verfahren gehören außer der Hormontherapie beim Frauenarzt der sogenannte HIFU (high intensity focused ultrasound) sowie die Embolisation. Beim HIFU wird das Myom-Gewebe unter der Kontrolle von Magnetresonanztomografie-Aufnahmen mit Ultraschallwellen zerstört oder zum Schrumpfen gebracht. Bei der Embolisation versuchen die Ärzte das Myom zum Schrumpfen zu bringen, indem sie es von der Blutversorgung abschneiden. Unter Röntgenkontrolle wird dazu über einen kleinen Hautschnitt in der Leiste ein Katheter durch die Blutgefäße zu der Arterie vorgeschoben, die das Myom mit Blut versorgt.

„Ist eine operative Behandlung der Myome erforderlich, versuchen wir so viel Gewebe wie möglich zu erhalten“, erklärt Dr. Najafpour. „Besonders bei jüngeren Frauen, die die Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben, werden nur die Myome aus der Muskulatur entfernt. Dazu nutzen wir minimal-invasive Verfahren, die ohne große Bauchschnitte auskommen, die sogenannte Schlüsselloch-Chirurgie.“ Ist eine Gebärmutterentfernung unerlässlich, versuchen die Experten am Krankenhaus Porz ebenfalls auf große Bauchschnitte zu verzichten und setzen stattdessen auf den natürlichen Zugangsweg der Scheide oder eben auf die Schlüsselloch-Chirurgie.

Welche Methode am besten geeignet ist, muss individuell abgewogen und besprochen werden. Am Krankenhaus Porz am Rhein entscheiden das Arzt und Patientin nach einem intensiven Gespräch und einer ausführlichen Untersuchung gemeinsam. „Oft werde ich in solchen Gesprächen von den Patientinnen auch gefragt, ob sie die Bildung der Myome durch irgendetwas hätte verhindern können“, erzählt Dr. Najafpour. „Doch das ist nicht der Fall. Eine Vorbeugung ist leider nicht möglich. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt helfen jedoch, Myome frühzeitig zu erkennen und zu behandeln“, so die Gynäkologin abschließend.

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