Diabetologie

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Prof. Dr. med. Wolfgang Holtmeier

Prof. Dr. med. Wolfgang Holtmeier

Der Diabetes mellitus umfasst mehrere Krankheitsbilder, denen ein Symptom gemeinsam ist: erhöhter Blutzucker.

Im Wesentlichen werden zwei Diabetesformen unterschieden.

Diabetes mellitus Typ 1

(Jugendlicher Diabetes, insulinabhängiger Diabetes mellitus, IDDM)
Ursache dieser Diabetesform ist eine Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Folge ist ein kompletter Insulinmangel. Das Insulin muss durch Injektionen nach einem möglichst physiologischen Muster ersetzt (substituiert) werden.

Diabetes mellitus Typ 2

(Erwachsenen-Diabetes, nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus, NIDDM) Bei dieser Diabetesform sind mehrere Mechanismen ursächlich. Durch Übergewicht und Bewegungsmangel kommt es zu einem erhöhten Insulinbedarf. Wenn diesem erhöhten Insulinbedarf bei erblich vorbelasteter Bauchspeicheldrüsen-Funktionsstörung nicht mehr nachgekommen werden kann, kommt es zu einem erhöhten Anstieg von Zucker im Blut. Diese Diabetesform kann anfänglich durch eine gewichtsvermindernde Ernährung behandelt werden. Besteht die Zuckererhöhung jedoch über Jahre, nimmt die Insulinproduktion ab. Bei vielen Patienten muss später im Krankheitsverlauf die Erhöhung des Blutzuckers mit Tabletten oder mit Insulin behandelt werden.

Typ-2-Diabetes hat in den Industrienationen zugenommen

Die Häufigkeit des Diabetes mellitus in Deutschland wird auf 5 % der Bevölkerung geschätzt. Für die Stadt Köln mit ca. 1 Mio. Einwohnern können wir von 5.000 Typ-1-Diabetikern ausgehen und 45.000 Typ-2-Diabetikern. Die jährliche Inzidenz von Neuerkrankungen liegt bei 0,4 % (200 Typ-1-Diabetiker und 3.800 Typ-2-Diabetiker). Der Typ-2-Diabetes hat seit dem Zweiten Weltkrieg in den Industrienationen kontinuierlich zugenommen. Hauptursache ist die veränderte Altersstruktur der Bevölkerung: Die Diabeteshäufigkeit nimmt mit dem Lebensalter überproportional zu.

Diabetische Spätkomplikationen können gefährlich werden

Die Behandlung des Diabetes mellitus hat eine besondere gesundheitspolitische Bedeutung: Seit Einführung des Insulins in die Diabetesbehandlung vor etwa 75 Jahren ist das Coma diabeticum als Todesursache für Diabetiker kontinuierlich zurückgegangen und spielt heute kaum noch eine Rolle. Von besonderer Bedeutung für die Patienten selbst und für das Gesundheitswesen sind die diabetischen Spätkomplikationen. Über lange Zeit erhöhte Blutzuckerspiegel führen zu diabetestypischen Veränderungen an den großen und kleinen Blutgefäßen sowie an den Nerven.

  • Diabetiker haben im Vergleich zu Patienten ohne diese Stoffwechselstörung ein 1.000-fach erhöhtes Risiko einer Augenhintergrundveränderung (Retinopathie): Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache für Erblindung.

  • Ein 8-fach erhöhtes Risiko einer Nierenfunktionsstörung (Nephropathie)

  • Ein 12-fach erhöhtes Risiko einer Nervenstörung (Neuropathie)

  • Ein bis zu 20-fach erhöhtes Risiko einer Beinamputation (28.000 Amputationen jährlich in der Folge eines diabetischen Fußsyndroms)

  • Ein 2- bis 3-fach erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und 2-fach erhöhtes Risiko für Schlaganfälle

Bei schlecht eingestelltem Diabetes kommt es in der Schwangerschaft zu Komplikationen sowie kindlichen Missbildungen. Nach einer schwedischen Studie sind der Diabetes mellitus und seine Folgekrankheiten für bis zu 30 % der Krankenhauskosten verantwortlich.