Beckenbodenschwäche

Liebe Patientin!

Etwa jede 10. Frau leidet im Verlauf ihres Lebens unter einer Beckenbodenschwäche mit Senkung der Beckenorgane. Dabei kann die Ausprägung sehr unterschiedlich sein. Häufig treten die Beschwerden erst nach und nach auf, so dass man oft nicht an eine Beckenbodensenkung denkt.

Die Symptome reichen von Druck nach unten über eine erschwerte Blasen- oder Darmentleerung bis hin zu einem kompletten Vorfall von Blase, Gebärmutter oder Darm; alle Abstufungen sind möglich. Schwierigkeiten in der Partnerschaft sind ebenso eine häufige Folge wie ein gleichzeitig bestehender ungewollter Urinverlust (Inkontinenz).

Die Senkung von Blase, Gebärmutter und/oder Darm kann sowohl konservativ als auch operativ behandelt werden. Wir nehmen uns Zeit für Sie, um Art und Ausprägung der Senkung für jede Patientin individuell zu erfassen und mit Ihnen ein erfolgversprechendes Therapiekonzept zu erstellen.

Sie haben den Kontakt zu uns gesucht, um Ihre Beckenbodensenkung untersuchen und behandeln zu lassen.

Scheuen Sie sich nicht, Ihre Fragen offen anzusprechen.

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Hildegard Baumhäckel 

Leiterin der Gynäkologie
Schwerpunkt: Descensus - und Inkontinezchirurgie, minimal-invasive Chirurgie, Onkologie

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Dr. med. univ. Liliana Grabner

Oberärztin
Schwerpunkt: Mammasonographie, Kolposkopiediplom

Senkung der Blase (Cystocele)

Bei der Blasensenkung wölbt sich die vordere Scheidenwand in die Scheide hinein. Bei einem ausgeprägten Befund kann man die Blase mit der Scheidenwand im Scheideneingang oder auch vor der Scheide sehen. Häufig kommt es zu einem Abknicken der Harnröhre, so dass eine vollständige Blasenentleerung nicht mehr möglich ist.

Senkung der Gebärmutter (Descensus)

Drückt die Gebärmutter unter körperlicher Belastung nach unten oder ist sogar im oder vor dem Scheideneingang sichtbar, sprechen wir von einer Gebärmuttersenkung oder einem Vorfall. Häufige Symptome sind Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Ausfluss.

Senkung des Darmes (Rectocele)

Bei der Rectocele kommt es zu einer Vorwölbung der hinteren Scheidenwand in die Scheide, im Extremfall drückt sich unter körperlicher Belastung der Darm mit der Scheidenwand aus der Scheide heraus. Typisch sind Verstopfungen und/oder eine nur unvollständige Darmentleerung. Gelegentlich ist zur Diagnostik und Therapie auch das fächerübergreifende Gespräch mit dem  Chirurgisch tätigen Enddarmspezialisten (Proktologen) in unserem Haus notwendig. Selten liegt die Senkung nur eines Organs vor, in der Regel betrifft die Senkung mehrere Organe gleichzeitig.

Ursachen

Bei der Entstehung einer Beckenbodensenkung spielen viele Umstände eine ursächliche Rolle. Hier sind nur die häufigsten aufgezählt:

  • sehr schnelle oder sehr langsame Geburten

  • Geburt kräftiger Kinder

  • körperliche Belastungen, z.B. schweres Heben

  • Fettleibigkeit

  • angeborene Bindegewebsschwäche

Diagnostik und Therapie

Vor Erstellung eines Therapiekonzeptes ist es wichtig, zunächst Ihre Beschwerden genau zu erfragen, und anschließend durch eine gynäkologische Untersuchung die Schwere der Senkung zu erfassen. Die Therapie wird individuell auf Sie und Ihren Befund abgestimmt. Neben konservativen Möglichkeiten wie lokale Hormoneinlage in die Scheide, Beckenbodengymnastik oder die Versorgung mit einem Pessar stehen uns zahlreiche operative Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Anheben der Blase oder des Darmes

  • Kombination mit einer Gebärmutterentfernung

  • Aufhängung der Scheide nach Gebärmutterentfernung

  • Stabilisierung durch Einlage von Fremdmaterial (Netze)

Der Zugang erfolgt entweder durch die Scheide oder über den Bauch.

Senden Sie Ihre Bewerbungen bitte ausschließlich an bewerbung@khporz.de oder im Rahmen der Pflegeship-Kampagne an pflegeship@khporz.de